Edito – Land un Sproch – Mars 2026

Philippe Mouraux Klein
Publié le 25 avril 2026
par Culture & Bilinguisme
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Unsere Erwartungen für 2026

Mit dieser Ausgabe von Land un Sproch beginnt ein für unsere Sprachregion besonders bedeutendes Jahr. Im Jahr 2026 nimmt das Amt für die Regionalsprache des Elsass seine Tätigkeit auf. Leider ist seine finanzielle Ausstattung geringer als die der Ämter anderer Regionen. Die Schaffung dieser Stelle ist dennoch ein wichtiges Signal. Wir wünschen dem Amt Erfolg und Durchhaltevermögen. Zugleich werden wir aufmerksam darauf achten, dass neben der Förderung der Mundarten auch das Hochdeutsche seinen legitimen Platz erhält. Die ersten Ankündigungen haben diesbezüglich berechtigte Bedenken ausgelöst. Dialekt und Standardsprache bilden sprachhistorisch eine Einheit, weshalb eine nachhaltige Sprachpolitik beide Dimensionen berücksichtigen sollte.
Mit Bedauern stellen wir fest, dass Deutschlothringen im Zuständigkeitsbereich des Amtes keine Berücksichtigung findet. Diese politische Entscheidung liegt in der Verantwortung von Patrick Weiten, dem Präsidenten des Départements Moselle. Er wird zweifellos als Totengräber unserer Sprache in Erinnerung bleiben.
2026 ist zudem Kommunalwahljahr. Gerade die Gemeinden können mit ihren bestehenden Kompetenzen viel für die Regionalsprache tun, bspw. durch zweisprachige Beschilderung und eine sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum. Oft hängt der Fortschritt weniger von finanziellen Mitteln als vom politischen Willen ab. Lützelstein ist bei der Beschilderung mit gutem Beispiel vorangegangen. Das Argument fehlender Gelder greift zu kurz, zumal es öffentliche Fördermöglichkeiten gibt. Wo Unterstützung angeboten wird, sollte sie genutzt werden.
Unsere Sprache lebt von Engagement, Klarheit und Verantwortung. Dazu will unser Verein konstruktiv beitragen.◗
Philipp Mouraux Klein

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